Wir sind in Waitomo. Es ist vor allem für zwei Dinge bekannt, die Hand in Hand gehen. 1. Glühwürmchen: Wir wollen sie sehen, sie spielen aber eine Nebenrolle. 2. Höhlen, das bevorzugte Zuhause der Glühwürmchen. In der Region gibt es ausgedehnte Höhlensysteme. Einen kurzen Abschnitt erleben wir hautnah. Dafür haben wir über Waitomo Adventures das „Lost World Epic All Day“ gebucht. Ja, der Name hält, was er verspricht. Da man selbst keine Fotos machen kann, sind die folgenden Bilder aus der Höhle von den Guides zur Verfügung gestellt worden.
Wir starten um 10:30. Nach einer kurzen Fahrt kommen wir bei der Hütte mit der Ausrüstung an. Wir bekommen Helme, Neoprenanzüge, Klettergurte und… Gummistiefel… Es gibt doppelte Sicherheitschecks und einen kurzen Übungsparcours. Dann gehts los… Wir seilen uns 100m ab.

Wir verwenden ein ungewohntes System. Das Kletterseil wird nicht durch einen Karabiner geschlauft, sondern über Metallstangen mehrfach umgeleitet. Wir schieben das Seil unter uns nach oben nach, wodurch wir nach unten gelangen. Ziehen wir das Seil nach unten, bremst es uns ab. Damit man aufrecht sitzt, braucht es Körperspannung. Ganz einfach, aber 100 Meter weit. Darum folgt danach das Mittagessen, Sandwiches.
Frisch gestärkt verabschieden wir uns vom Sonnenlicht, jetzt geht es für die nächsten Stunden in die Höhle. Die Decke wird vielfach 50-80m über uns sein, klein ist das Höhlensystem nicht. Aber dunkel. Also Stirnlampe an. Gleich zu Beginn werden wir von einem Frosch und einem Aal willkommen geheissen. Wir folgen einem Bach. Wir waten im Bach. Daher die Gummistiefel. Der Bach ist Hüft-tief, die Gummistiefel nicht. Mit Ballerina-Übungen leeren wir die Stiefel zwischendurch. Lange bleiben sie aber nie trocken. Immerhin steigen wir erst mal aus dem Bach und steigen und klettern über Steine. Kantige Steine, glatte Steine, scharfe Steine, Tropfstein-Steine… Rutschig sind sie überhaupt nicht. Dann hören wir auf, über die Steine zu steigen. Ähm… Zum Glück haben wir keine Klaustrophobie. Falls es bei dir anders ist: Weiterlesen auf eigene Gefahr.
Wir steigen also nicht mehr über die Steine, sie sind jedoch noch da. Also legt man sich auf den Bauch und kriecht unten durch. Wobei „kriechen“ sehr aktiv klingt – ich schiebe mich mit den Zehen voran. Die Engstelle ist keine zwei Meter lang und ein Guide spricht einem Mut zu. Hirn ausschalten, Engstelle überwinden (oder heisst es unterwinden?). Geschafft. Wir werden es noch zwei weitere Male schaffen 😉

Dann heisst es wieder in den Bach. Als der Boden unter den Füssen verschwindet, wechseln wir zum Schwimmen. Die Füsse nutzen wir nicht, da sonst die Gummistiefel verloren gehen. Da ist es sehr hilfreich, dass bei längeren Abschnitten ein Tau vorhanden ist. Mit dem Auftrieb des Neos ziehen wir uns einfach an der Wasseroberfläche weiter. Dann kommt ein kleiner Wasserfall. Gesichert und mit Hilfsseil klettern wir hoch und warten in einer kleinen Kammer. Da haben die Guides etwas ganz Lustiges vor. Wir lassen uns durch ein Loch wieder runter in’s Wasser fallen. Und weil wir in einer Höhle sind, machen wir das ohne Licht. Gute Idee. Das wird lustig. Nacheinander positionieren wir uns beim Loch. Ist alles klar, machen alle die Lampen aus. Dunkle Nacht. Eher schwarze Nacht. Noch besser: Schwarzes Schwarz. Schliesslich kommt kein Licht hier rein. Dann der Countdown.
3, 2, 1
…
…
…
Klatsch
Es ist tatsächlich lustig 😅
Wir stossen weiter vor. Wir gehen, waten, kriechen, steigen, klettern, schwimmen, springen… Leeren Stiefel… Schliesslich kommen wir in einer grossen Kammer an. Wir setzen uns und stellen die Lampen wieder aus. Es bietet sich uns ein surealer Anblick. Tausende türkis Pünktchen ziehen sich in geschwungenen, teilweise Kreise bildenden Streifen-Mustern durch die Höhle. Die Glühwürmchen befestigen klebrige Fäden, mit denen sie die von ihrem Licht angezogenen Insekten einfangen. Da die Fäden nicht überall fixiert werden können, sehen wir diese türkis Gold-Ader nur an manchen Wand- und Deckenbereichen, aber über die ganze Kammer verteilt und miteinander verbunden. Oder ist es doch eher eine Galaxie? Vielleicht sind wir auch auf Pandora, aus Avatar? Wie auch immer, beeindruckend. Hätte ich bloss eine Kamera 😅 Die Stimmung einzufangen, wäre aber auch schwierig. Also sitzen wir da und geniessen schweigend den Anblick. Das Licht der Glühwürmchen ist dabei so hell, dass wir Kontraste ausmachen können. Hellere Steine, Gesichter, die weissen Gummistiefel erkennt man deutlich. Zum Lesen reicht es aber natürlich nicht.

Mit den Lampen an gehen wir noch ein Stück weiter. Der Bach ist nun niedriger, der Untergrund eher flach. Wir schalten nochmals die Lampen aus. Zunächst gehen wir im Licht von Glühwürmchen, bis dann das Licht am Ende der Höhle (nicht des Tunnels) uns den Weg nach draussen zeigt. Da gibt es dann auch noch ein BBQ. Was für ein Erlebnis! Danach müssen wir noch nach Raglan fahren.

Ihr Video hinterlässt auch einen Eindruck der Höhle.


























