Es folgt eine meiner Lieblingsankündigungen: Raus aus der Stadt! Davor muss mal wieder das Auto beladen werden. Der MG HS ist der „kleinste“ Mietwagen auf unserer Reise. Deswegen bekommen die Trekkingrucksäcke ein Upgrade und fahren auf der Rückbank mit – natürlich angeschnallt. Das ist auch nötig – mit dem Standgas des Automaten könnte man auf die Autobahn…
Die Stadt werde ich am Abend dann doch noch etwas vermissen: Kein Internet in der Unterkunft… Kein Weltuntergang, aber dementsprechend auch keine Detailplanung für den kommenden Tag.
Nach einer Weile auf der Schnellstrasse fällt mir die Reifendruck-Kontrolllampe auf. Was soll denn das? Den Reifendruck habe ich gestern korrigiert. Wir steuern die nächste Tankstelle ausserhalb der Stadt an, um den Umweg möglichst kurz zu halten – so der Plan.
Tankstelle 1: Sorry, Luftpumpe out of order.
Tankstelle 2: Yep, Pumpe ebenfalls out of order.
Tankstelle 3, mittlerweile beim geplanten Stopp in Lancelin, kann schliesslich liefern. Hinten links braucht mehr Druck. In den Tiefen des Auto Boardcomputers finde ich eine Übersicht über alle vier Reifen und habe fortan ein Auge drauf. Auf das Abenteuer „im australischen Outback mit dem Auto liegen bleiben“ verzichte ich gerne.
Lancelin, bekannt für weisse Dünen. Und die fallen in der sonst erstaunlich grünen, tief bewachsenen Landschaft auf.

Es geht weiter zum Nanbung National Park mit seinen Pinnacles. Ein Drive führt durch die lustigen Gesteinsformationen. Die Limestone Pillars sind bis zu 4m hoch. Anhalten und aussteigen ist erlaubt, nur anfassen darf man die Pinnacles nicht. Das scheint nicht für alle zu gelten. Immer wieder sieht man Leute rauf klettern…

Wir fahren die letzten 15min. nach Cervantes und finden unsere Unterkunft – aber keine Rezeption. Den Schlüsselkasten mit vierstelligem Code knacken wir leider nicht, also suchen wir die Rezeption. Es stellt sich heraus, dass sie in eine nahe gelegene Bar gezügelt ist. Endlich angekommen. Für mich geht es aber nochmals weiter, bzw. zurück. Nach dem Abendessen fahre ich nochmals zu den Pinnacles, Stargazing ist der Plan. Bequem um 19:00. Die Fahrt dauert im Dunkeln deutlich länger. Ich nehme mir Zeit und störe niemanden, andere Autos hat es kaum. Dafür andere „Verkehrsteilnehmer“.

Immer wieder stehen Kängurus am Strassenrand. Am Tag haben wir sie nicht gesehen, jetzt sind sie definitiv präsent. Und man erkennt die braunen Tiere ohne reflektierende Augen spät.
Meine Astro-Session hält sich kurz. Am Horizont kommen Wolken und Nebel auf (kein Internet = keine Wetterprognose), der etwas über Halbmond ist viel zu hell und zu dieser Zeit ist der Himmel nicht sonderlich spektakulär. Aber man muss es eben versucht haben…

Cervantes, 7-23°C, sonnig















