Abel Tasman Great Walk Tag 1/5
Heute geht es auf den Abel Tasman Great Walk. Der Track startet direkt vor der Haustür. Weil die heutige Etappe verhältnismässig kurz ist, starten wir erst um zehn Uhr. Wir wandern nah an der Küste, sehen sie durch den Wald aber nicht. Wenn sich dann doch ein Fenster öffnet, geniessen wir den Anblick von türkis Wasser, felsiger Küste oder goldgelbem Sandstrand.

Hier lässt es sich aushalten. Der Track ist deutlich stärker frequentiert als die anderen. Zum Einen kann das am wesentlich besser präparierten (dafür weniger abenteuerlichen) Weg liegen, zum Anderen fahren hier noch Wasser Taxis. Sie dürfen bis Tōtaranui fahren. Das erlaubt Tageswanderer eine erheblich grössere Reichweite, weil sie sich am Abend einfach abholen lassen können.
Wir kommen früh an der Anchorage Hütte an. Wir laden die Rucksäcke ab und machen noch einen Side Track zum Pit Head Outlook und der Te Pukatea Bay.

Nach einigem Abwägen entscheiden wir uns, auch noch zu Cleopatra’s Pool zu gehen. Ein Bach, der einen schönen, natürlichen Pool bildet, perfekt für ein Süsswasserbad. Eine Stunde pro Weg. Schon bei unserem Haustür-Strand stellt sich die erste Herausforderung. Ein Bach kreuzt den Strand. Schuhe ausziehen und mit nassen, sandigen Füssen wieder rein? Keine Option. Stattdessen baue ich unter Einbezug all meines Wissens über Statik, Erdbebenwiderstandsfähigkeit, Aufrieb, Dichte, kinetischen Kräften und noch viel mehr Physik eine Brücke.

Trockenen Fusses (!) auf der anderen Seite geht es weiter. Schliesslich ein Schild: 15 Minuten zum Pool. Endlich… Nur noch durch diesen… Bach… Da ein Erdrutsch die Brücke „umgeformt“ hat, müssen wir durch diesen Bach. Nochmals selbst eine Brücke bauen? Viel zu breit. An den seichteren Stellen ist der Bach Knöchel- bis Knie-tief. Die Steine: extrem rutschig. Wassertemperatur: Schätzungsweise -12°C.

Das war’s mit Cleopatra’s Pool. Wir nehmen hier ein genau so erfrischendes wie auch kurzes Bad.
Schätzungsweise -12°C
Wannes
Wir drehen wieder um. 45 Min. Das Abendessen ruft…
Die Hütte hat vier Zimmer mit jeweils vier Doppelbetten. Acht Personen pro Zimmer, Luxus. Wir haben allerdings einen Schnarcher. Das würde ja schon reichen, aber durch die Papierwand hört man den Schnarcher des anderen Zimmers. Der Puls geht dann zusätzlich nochmals hoch, als bei uns einer aus dem oberen Bett fällt. Aus dem waaaas?! Eigentlich mehr von der Leiter des Betts.
I’m okey, I’m okey…
Bed Jumper
Stilnote A für den Plättler. Unser Schönheitsschlaf fällt heute jedoch aus.
Abel Tasman Great Walk, 15-23°C, 6.4km, Anstieg 201m, Abstieg 233m, 2:07h (ohne Side Tracks)




























