Abel Tasman Great Walk Tag 4/5
Wie die Geier lauern wir… Zögern. Ein Blick auf die Uhr, dann in die Ferne. Einer wagt es, die Anderen verharren. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Wir warten auf den Tiefststand der Ebbe, um die Bucht zu durchqueren. Geht noch mehr? Schliesslich startet die Völkerwanderung, Grüppchen-weise. Der Boden ist mehrheitlich sandig, teilweise aber mit Steinchen. Crocs-Taktik. Dann eine Sandbank mit Muscheln, kein Problem. Und nun: Der Bach. Er führt immer Wasser, die Tiefe ist aber abhängig von den Gezeiten. Bei mir geht das kalte Wasser bis an’s Limit, die bis zu den Knien hochgekrempelten Hosenbeine. Wir waten durch.

War das die tiefste Stelle? Von dieser Perspektive schwierig zu sagen. Ab und zu werden die Grüppchen vor uns langsamer. Kein gutes Zeichen. Es hat aber nichts mit der Wassertiefe zu tun, es liegt am Untergrund. Schlamm. Iiiee…


Man redet sich ein, dass das Sand-Peeling und der Schlamm sicherlich zur Schönheit beitragen muss. Wir kommen voran und schliesslich auf der anderen Seite an.

Während sich die Anderen im Salzwasser die Füsse waschen, nutzen wir das extra mitgebrachte Süsswasser. Eitel? Nö, abgekocht ist es immerhin nicht. Notiz für’s nächste Mal: Warmes Wasser mitnehmen.
Die heutige Etappe ist mit rund 17km länger. Während andere bis Tōtaranui wandern und sich vom Wassertaxi abholen lassen, gehen wir weiter bis zur Wharawharangi Hütte. Ursprünglich wollten wir den Coast Track machen und nach der Hütte am Folgetag über den Gibbs Track zurück nach Totaranui, wo dann auch wir vom Wassertaxi abgeholt werden. Wir haben den Ranger auf die Idee angesprochen.
Well, you can do it. When you’re into climbing a hill for 1.5h on a bulldozer track you will love it.
Ranger
Wir sind nicht „into it“. Wir werden hin und zurück den gleichen Coast Track nehmen. Aber alles zu seiner Zeit. Heute geht es erst mal Hügel rauf und Hügel runter.
Zwei Kilometer vor der Hütte gibt es noch einen kleinen Schauer. Unter Bäumen kein Problem, sonst auch nicht tragisch. Zum Glück nicht, unsere Motivation, den Regenschutz für Mensch und Equipment raus zu holen, hält sich in Grenzen. Endlich das Schild zur Hütte. Die Distanz wird dabei aber wohl etwas unterschätzt. Die nicht enden wollende Zielgerade, kennen wir… Aber mit jedem Schritt kommen wir der Hütte näher und erreichen sie schliesslich bei Sonnenschein. Wobei „Hütte“ übertrieben ist. Eher ein lauschiges Hüttchen.

Früher war es mal das Haus eines Farmers. Die Farm war allerdings nicht ertragreich. Nach ein paar Besitzerwechseln gehört es heute dem DOC (Department of Conservation) und dient als Wanderhütte. Da heute nur wenige Gäste hier sind, haben wir ein vier-Bett-Zimmer für uns alleine. Am Abend setzt ordentlich Regen ein. Wie es wohl morgen sein wird…?
Abel Tasman Great Walk Tag 4/5, 7-19°C, sonnig/bewölkt/windig/regnerisch/Regenbogen/alles, 17.3km, Anstieg 607m, Abstieg 575m, 4:13h















