Kepler Track 1/4

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Kepler Track Great Walk Tag 1/4
Heute starten wir den Kepler Great Walk. Nach einer kurzen Fahrt zum Startpunkt geht’s am Ufer des Lake Te Anau los. Flach durch den Wald bei Sonnenschein. Das Wetter könnte ändern, der Weg wird es ganz sicher. Das Höhenprofil des Tracks zeigt kurzfristig fast senkrecht nach oben. Es ist ein Marathon, kein Sprint. Die Rucksäcke sind leichter. Das Zelt bleibt zurück, wir schlafen in Hütten. Auch sonst reduzieren wir Gewicht, nur bei der Regenkleidung dürfen wir nicht sparen. Die Wetterprognose sagt etwas Regen voraus.

Der Weg im Wald ist komfortabel, die Temperaturen angenehm. Und dann fängt die Steigung an. Sie wird heute nicht mehr aufhören. Aktuell ist sie aber entspannt. Der Wald unterscheidet sich von dem auf Rakiura. Hier dominiert die Beech, Buche, die Mountain, Silver und Red Beech. Auch schön.

Buchen – und natürlich Farne

Wir gehen weiter und werden von einem Fantail besucht. Der Insektenfresser flattert nervös wie üblich von Ast zu Ast, bemustert uns aus der Nähe und zieht weiter. Beim nächsten Piepser, ein Tomtit, greife ich zur Kamera. Schon aus ein paar Metern Entfernung fiel er mir am Wegrand auf. Ein erstes Foto aus der Entfernung. Auch wir fallen ihm auf – und er will sich die zwei wandelnden Rucksäcke genauer ansehen. Er kommt näher und näher, posiert für’s Foto.

Miromiro South Island Tomtit

Die Steigung wird steiler, manchmal heisst es Treppen steigen. Bei einem liegenden Baumstamm entscheiden wir uns, den Lunch zu servieren: Roast Chicken mit Kartoffelpü, 4.5*.

Die Steigung geht weiter und wir passieren die Baumgrenze. Wir sind von „Tussock Grassland“ umgeben. Coole Aussicht, cooler Wind. Dann folgt ein Schild und die Luxmore Hut ist angeschrieben. Deutlich schneller als erwartet kommen wir nach 4:25h an. Wir sind von 6h ausgegangen. Der Anstieg von 962m war weniger schlimm, als erwartet. Die Hütte ist geräumig, hat einen Esssaal und zwei Schlafräume. Meine Aufmerksamkeit gilt aber erst mal nicht der Hütte. Ich sehe draussen einen Kea, es folgt ein zweiter. Die Vögel werden als „explorative“ beschrieben. Sie haben die Intelligenz eines vierjährigen Kindes, erkunden, sind neugierig und können Probleme lösen, auch mit selbst gebauten Werkzeugen. Was für den Kea Problem lösen heisst, kann für den Menschen Problem verursachen bedeuten. Rucksäcke werden geöffnet, Gegenstände geklaut, Material zerstört – und Zehen angepickt. Pardon me, Mr. Malsby?!

Schelmischer Blick – Kea plant seinen nächsten Coup
Kea Attack, das Männchen Malsby setzt den Plan um

Die Luxmore Cave sehen wir uns vom Eingang aus an. Sie ist sehr rutschig und wir wollen uns keine Knochen brechen oder Knöchel verstauchen. Wir machen es uns in der Hütte gemütlich. Es gibt nun auch immer wieder leichte Regenschauer.

Zum Abendessen gibt es Creamy Carbonara, 4*. Kann man gut essen, die Carbonara sucht man vergebens.

Der Hüttenwart gibt eine amüsante Ausführung seines Alltags zum Besten, klärt über die Folgen von Gegenständen, die in den Toiletten heruntergespült werden, dort aber nichts verloren haben, auf und zeigt die Funktionsweise der Fallen, für die eingeschleppten Tiere. Ein schnelles Ende für Ratten, Wiesel, Frettchen, Hermeline, die nicht hier her gehören. Es endet auch unser erster Tag auf dem Kepler Track.

Kepler Track Great Walk Tag 1/4, Luxmore Hut 3-16°C, sonnig, dann regnerisch, 14.33km, 962m Anstieg, 63m Abstieg, 4:25h