Routeburn Great Walk Tag 1/3
Der Wecker klingelt um 05:45. Ein Tracknet Shuttle Bus holt uns heute ab. Wir fahren nach Queenstown, steigen um und kommen um 13:15 am Routeburn Shelter Trail Head an. Der Transfer ist nötig, weil der Track keine Rund-Wanderung ist. Wenn alles klappt, werden wir übermorgen am Routeburn Devide wieder aufgesammelt und zurück nach Te Anau gefahren. Was gibt es sonst noch zu sagen? Das Zelt ist dabei, die zweite Hütte blieb ausgebucht. +3.5kg… +deutlich erhöhte Gefahr, nass zu werden… +erhöhte Gefahr, mit fiesen Keas die Bekanntschafft zu machen. Gemäss Hüttenwart schauen sie gerne mal in’s Zelt rein – manchmal schauen sie dir auch die ganze Nacht beim Schlafen zu. Es geht aber auch schlimmer. Manchmal werden die Spannseile des Zelts durchtrennt, Heringe geklaut oder grosse Löcher in das Zelt gebissen – weil sie es können.
Wir kommen bei Sonnenschein in Queenstown an. Die Stadt ist vergleichbar mit Interlaken. Vieles ist auf Outdoor Aktivitäten ausgelegt. Bootstouren, Gleitschirm fliegen, Bridge Swinging… Alles da. Wir interessieren uns aber erst mal für’s Essen. Es gibt einen Steak and Cheese Pie für gerade mal etwa vier Franken. Viel Steak in Sosse, nicht so viel Cheese, in Blätterteig eingebacken. Ein ordentlicher Snack für zwei. Das war bestimmt nicht unser letzter Pie 😉 Dann kommt unser nächster Shuttle, mit dem wir in Rally-Manier über die verschlungenen Strassen jagen. Ein kuzer Foto-Stopp liegt trotzdem drin.

Wir kommen schliesslich am Routeburn Trailhead an. Der Weg schlängelt sich am Routeburn River entlang, manchmal kreuzen wir den Fluss auch über Hängebrücken. Der stetige Anstieg ist okey, unser Tempo ist mehr als okey. Wir sind erst etwa um 13:30 los gewandert, sonst war es zwischen 08:00 und 10:00. Vielleicht spulen wir die Kilometer deshalb schneller ab als sonst. Vielleicht liegt es auch am Wetterbericht, der Regen prognostiziert hat. Vielleicht sind wir mittlerweile gut trainiert. Vielleicht liegt es auch am Zelt, das sich im Rucksack bemerkbar macht und nicht den ganzen Tag lang getragen werden möchte. Oder es liegt am zweiten alpinen Wanderweg, den wir mit nur einem Ruhetag dazwischen absolvieren, und wir uns nach Erholung sehnen. Anders ging es leider nicht, alles ausgebucht.
Wir kommen beim Zwischenstopp an, der Routeburn Flats Hut. Wasser auffüllen. Foto machen. Weiter.

Es folgt das letzte Viertel. Steil. Höhenmeter. Nichts Neues. Nicht unser Liebling. Unser Ziel für heute, die Routeburn Falls Hut, ist aber ein kleines Juwel im Hang.

Wir finden noch ein paar letzte freie Betten in, wie ich es liebevoll nenne, „little China Town“. Danach überfliege ich das Whiteboard mit Hütten-News. „Showers“… Echt jetzt, hier gibt es sogar Duschen?! Ich muss feststellen, dass ich beim Wetterbericht hängen geblieben bin und Regenschauer vorhergesagt werden. Naja, wir beschliessen, ein erfrischendes Bad beim nahe gelegenen Wasserfall zu nehmen. Ich entscheide, dass nur meine Füsse die 8-10°C Erfrischung benötigen…

Der Hüttentalk mit dem Hüttenwart drehte sich viel über Steine und Vögel. Er spielte auch die Rufe der Vögel ab. Das war gut, beim Zähneputzen habe ich nämlich den Dinosaurier-Ruf gehört Ein Kaka, ein paar Meter neben mir im Baum. Der Papagei könnte tatsächlich für Jurassic Park synchron sprechen. Dumm nur: Um Gewicht zu sparen, habe ich die Systemkamera nicht mit dabei. Bei der Dunkelheit und dem mittlerweile ausgewachsenen Gewitter kommt die Kompaktkamera nicht zurecht. Der Kaka sitzt noch eine Weile da, bis er schliesslich mit Gebrüll wie ein Flugsaurier über den Wald fliegt und in der Nacht verschwindet.

Der Herbst kommt 
Steak and Cheese Pie 
Lake Wakatipu unser Ziel im Hintergrund 


Rifleman Tītipounamu, NZ kleinster Vogel, 8cm gross, 6-7g schwer 

















Routeburn Falls Hut 






Miromiro Tomtit
Routeburn Track Great Walk Tag 1/3, Routeburn Falls Hut, mehrheitlich sonnig, 10.6km, 648m Anstieg, 132m Abstieg, 2:50h