Whanganui RJ GW 3/3

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Whanganui River Journey Great Walk Tag 3/3
06:00, Regen. Es hat diese Nacht immer wieder geregnet. Wir frühstücken draussen auf der überdachten Veranda. Kalt ist es nicht. Der Regen wird immer leichter, hört schliesslich auf.

Wir beladen das Kanu und legen los. Heute gibt es zwei Eckpunkte. Natürlich das Ziel, davor aber noch die Fifty-Fifty-Rapid. Der Name ist selbsterklärend: Die Chancen stehen 50:50, dass man durch kommt oder kenntert. So weit sind wir noch nicht. Wir starten mit einer geführten Gruppe. Es dauert nicht lange und wir hören das Donnern eines Jetboats von hinten. Wir sind an der Seite, der Guide der Gruppe neben uns – mit einem grossen Grinsen im Gesicht. Er stellt sein Kanu beinahe parallel zum Kurs des Jetboats anstatt des empfohlenen 90° Winkels. Das Jetboat nähert sich und mir dämmert es. Wir passen unseren Winkel ebenfalls an und surfen mit den Kanus auf den Wellen des Jetboats. Auch ich habe nun ein Grinsen im Gesicht.

Es folgen noch einige Rapids. Und dann unser Endgegner, die 50:50. Vor uns sind zwei Mädels, wir beobachten erst mal ihren Kurs. Mitten in das Weisswasser, die Wellen. Hätten wir auch gemacht. Sie schaukeln ordenlich vor und zurück. Die grösste dieser Wellen kann 1m hoch sein. Ganz trocken werden sie nicht bleiben. Aber die Stromschnelle spuckt sie aus, gut gemacht. Wir beginnen zu paddeln, kommen in die Stromschnelle – und sehen, wie die Mädels in der anschliessenden Kurve durch die Strömung drehen und kippen. Okey… Erst mal kräftig paddeln. Wir wollen mit Tempo da durch. Nur so können wir bestimmen, wo wir lang fahren und nicht die Wellen, die uns auch so genug hin und her schaukeln werden. Wir sind in den Wellen, schaukeln, Wasser kommt in’s Kanu. Ein Problem, das später geklärt werden muss. Wir schaukeln, halten aber den Kurs. Aus meiner Perspektive verschwindet der Bug des Kanus ab und zu im Wasser – ich sitze hinten. Die Seitwärtsströmung setzt ein. Gegensteuern, klappt. Wellen schwappen von allen Seiten ins Boot, das immer tiefer liegt. Paddeln! Wir kommen aus der Stromschnelle raus. Es ist aber erst fertig, wenn es fertig ist – aus den Fehlern anderer lernen. Die Kurve. Wir leiten sie ein und erkennen augenblicklich das Problem. Das viele Wasser im Kanu und die Seitwärtsströmung in der Kurve drohen das Kanu seitwärts über zu rollen – Eskimo-Rolle. Wir halten mit einem starken „vorne-links-rückwärts, hinten-rechts-vorwärts“-Manöver dagegen. Erfolgreich. Der Fluss beruhigt sich und wir paddeln behutsam an’s Ufer. Wir gesellen uns zu anderen, die ihr Kanu ausschöpfen. Team „We did it“. Gerade so.

Fussbad

Andere hatten weniger Glück und kenterten. Aber mit einem Lachen im Gesicht.

Viel Tiefgang. Dank den Tonnen geht das Kanu aber nicht unter.

Unseren Höllenritt haben wir leider nicht auf Video, dafür ein paar gemächliche Eindrücke.

Wir durchfahren noch ein paar kleinere Stromschnellen und holpern über ein paar Steine bei einer Sandback, bevor wir am Ziel ankommen. Trocken. Mehrheitlich. Verglichen mit anderen. Wir warten noch zwei Stunden auf den Shuttle – und werden verregnet. Fair. Dumm nur, dass wir zwei Tage in Regenhosen im Kanu sassen und jetzt, als wir sie gerade ausgezogen haben, gibt es einen ordentlichen Wolkenbruch… Tja. Das Whanganui River Journey, unser letzter Great Walk, ist zu Ende… Es steht noch die Fahrt nach Taupo an. Und wir werden noch einige Male verregnet auf dem Weg. Am späten Nachmittag kommen wir an. Der Lake Taupo empängt uns dramatisch.

Bridge to Nowhere Lodge Pīpīriki, sonnig/Regen, 22.3 km, 3:45