Floreana

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Die Nacht war nicht besonders erholsam. Unsere Kabinen unter Deck haben eine Lüftung, die entweder aus oder voll auf ist und dann ordentlich Lärm macht. Sie wird aber bald vom Lärm der Maschinen übertönt, da wir in der Nacht von Puerto Ayora nach Floreana fahren. Man gewöhnt sich aber schnell daran – und wir sind abends sowieso vollkommen erledigt.

Um 06:00 bereiten wir uns für das erste Mal Schnorcheln vor. Bei der Devil’s Crown sehen wir einzelne Hammer-, Galapagos- und Schwarzspitzenriffhaie, Adlerrochen und viele Rifffische. Nach dem anschliessenden Frühstück landen wir auf Floreana bei Punta Cormorant. Wir treffen auf einen braunen Strand. Er besteht aus Mineralien, so findet man Körner in verschiedensten Farben.

Wir passieren einen See mit Flamingos, bis wir an einem weissen Sandstrand ankommen. Nah am Ufer, teilweise in den kleinen, brechenden Wellen, sehen wir junge Haie, Schildkröten und Rochen. Nach rund zwei Stunden sind wir wieder an Bord der Samba, pünktlich zum Mittagessen. Mir gelingt danach eine Aufnahme der „Jesus Vögeli“, wie wir sie nennen, die scheinbar auf dem Wasser gehen können. Die kleinen Storm Petrel werden wir noch ein paar mal sehen – und ich mich immer wieder darüber freuen.

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Nachher habe wir zwei Stunden Pause – ungewohnt – bevor nochmals geschnorchelt wird. Die Sicht ist schlecht, es hat ein paar Schildkröten. Man zieht sich schnell um und es geht zur nächsten Landung bei Baronesa Mirador. Während die meisten mit dem Dingi fahren, nehmen wir Kajaks. Auf unserem alles Andere als direktem Weg sehen wir viele Seelöwen, immer wieder Schildkrötenköpfe aus dem Wasser spienzeln, einen einzelnen Flamingo und eine Gruppe Golden Rays direkt neben dem Kajak.

Wir landen schliesslich und unser Guide Maurice erzählt uns von Geistern auf der Insel. Wir sind natürlich ganz Ohr.

Drei Familien wohnten auf dieser Insel. Ein Mann war Zahnarzt. Bevor er auf die Insel zog, entfernte er sich alle Zähne und liess sie ersetzen. Er war Vegetarier und starb an einer vergifteten Hühnersuppe. Das hinterlässt Fragen. Es heisst, das Huhn hätte Rattengift gegessen, woran auch er sich vergiftete. Seine Frau, die ebenfalls von der Suppe ass, hatte keine Beschwerden. Über seine letzten Worte gibt es zwei Varianten.Bei der einen sagt er seiner Frau, dass er sie für immer lieben wird.Bei der zweiten verflucht er sie in alle Ewigkeit.

Eine andere Familie war unauffällig.

Dann gab es noch eine Frau, die Baroness, die mit ihren beiden Liebhabern auf die Insel zog und sich selbst zur Königin ernannte. Der eine Liebhaber flüchtete, auf einer darauf folgenden Bootsreise nach Europa verschwand er. Der andere verschwand mit der Baroness zusammen spurlos auf der Insel. Ob das Paar selbst oder eine der anderen Familien (die sich wohl nicht über die neue Königin freuten) damit zu tun hatten, weiss man nicht.

Mit den Dingis fahren wir zurück zur Samba. Das Briefing für morgen findet statt und wir erfahren von nachtaktiven Möven, die mit Echolot nach Futter suchen. Tatsächlich werden uns diese Nacht zwei solcher Möven begleiten, die man ab und zu im Licht der Samba sieht und ihr Echolot immer wieder hört. Die anderen Horrorstories über Blut-trinkende Mockingbirds (wegen Wassermangel) und Nasca Boobies, die mit drei Tagen Versatz zwei Eier legen und sich die geschlüpften Kücken auf den Tod bekämpfen (es überlebt immer nur eines) werden für süsse Träume sorgen. Zum Abschluss wird noch die sieben-Köpfige Crew vorgestellt und wir starten die schwankende Fahrt nach Espanola.