Whanganui Journey Great Walk Tag 1/3
Der Wecker klingelt früh, wir müssen unsere Tonnen final packen. Der Shuttle fährt uns die 1.5h nach Whakahoro, wo wir nach einer erneuten Instruktion das Kanu beladen und einsteigen.

Wir starten nicht alleine, andere Leute nutzen das längere Oster-Wochenende gleich wie wir. Auf einem kleinen Nebenfluss fahren wir in den Whanganui River. Wir halten auf dem Fluss nach „V“s Ausschau. Diejenigen, mit der Spitze zu uns, werden durch Steine oder Holz an der Wasseroberfläche oder knapp darunter geformt. Die wollen wir tunlichst vermeiden. Zeigt die Spitze weg von uns, kommen zwei Strömungen von Hindernissen oder einer Sandbank zusammen, durch dieses V wollen wir durch. Bei der ersten Stromschnelle gelingt uns das auch – mehrheitlich. Die vordere Person hält Ausschau und paddelt, die hintere Person entscheidet, wo man durch fährt und steuert. Ich steuere. Der Vorteil daran: Man ist etwas geschützt vor den Wellen, die gegen den Bug klatschen. Trockenen Fusses überstehe ich die Stromschnelle trotzdem nicht, das Wasser sammelt sich bei mir und ich kümmere mich um meinen Nebenjob, Wasser abschöpfen. Das sind rund fünf Zentimeter. Und die werden im Fluss gebraucht, der ist nicht immer sehr tief. Einmal spüren wir das und schramen mit den Hintern über die Steine. Nach ein bisschen Rumpeln sind wir drüber und haben unsere Lektion gelernt: Mehr Abstand bei Sandbänken.
Die Augen müssen immer etwas auf den Fluss gerichtet sein, es gibt viele Hindernisse, die man mal besser, mal weniger gut sieht. Trotzdem schaut man sich gerne um – die Landschaft ist einmal mehr überwältigend. Mit jeder Rapid wird man sicherer. Aber ich werde trotzdem meinen Nebenjob, Abschöpfen, weiterhin ausführen dürfen.
Eine kleine Mittagspause auf einer Sandbank liegt drin.

Dann wird weiter gepaddelt. Und gepaddelt. Die Strömung nimmt gefühlt etwas ab. Und gepaddelt. Heute ist die längste Strecke mit 35km. Paddeln. Eigentlich würde es uns nun reichen, wir paddeln aber weiter. Die letzten 10km ziehen sich, bis wir zur John Coull Hut kommen. Beim Abendessen kneten viele Mitfahrer ihre Schultern und Oberarme. Spannend wir es morgen, die Muskeln werden sich wahrscheinlich an den heutigen Tag erinnern. Ein weiterer Vorteil wenn man hinten sitzt: Der Paddler vorne sieht nicht, wenn man hinten ein Päuschen einlegt 😉
Whakahoro John Coull Hut, sonnig, 35km, 5:10




